Prof. Dr. Ralph M. Wrobel Experte für Wirtschaft + Politik + Geschichte
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7. Sächsischer Mittel- und Osteuropatag

Grenzen überwinden!

Regionale Kooperationen und nationale Minderheiten als Brückenbauer im vereinten Europa

Zwickau, 27.10.2010

 

Primäres Ziel des 7. Sächsischen Mittel- und Osteuropatages war es, Wissenschaftler, Politiker, Bürger und Studierende aus Sachsen mit Gästen aus Mittel- und Osteuropa zusammen-zubringen, um über die aktuellen Herausforderungen der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Kooperation zu diskutieren. Erfreulicherweise konnten über 30 Wissen-schaftler, Politiker und Bürger aus Deutschland, Polen, Tschechien und der Ukraine für eine aktive Teilnahme gewonnen werden. Zusätzlich wurden sowohl die Plenarsitzung als auch die abschließende Podiumsdiskussion durch zahlreiche studentische Zuhörer bzw. Unternehmer und Bürger der Region besucht.

Zweisprachiges Ortsschild in Oberschlesien

Die Plenarsitzung des 7. Sächsischen Mittel- und Osteuropatages fand am Vormittag unter dem Motto „Regionale Kooperationen und nationale Minderheiten als Brückenbauer im vereinten Europa" statt. Sie wurde von Prof. Dr. Ralph Wrobel, WHZ, moderiert. Nach zahlreichen Grußworten eröffnete Herr Dr. Ronald Werner, Abteilungsleiter Hochschulen im SMWK die Sitzung mit seinem Beitrag „Regionale Kooperation und nationale Minderheiten in Sachsen: aktueller Status und Perspektiven". In prägnanter Form informierte er die Zuhörer über die Sichtweise der Landesregierung, für die Minderheiten allgemein eine große Bedeutung haben. Dabei wies er insbesondere auf die Sorben in Sachsen hin. Daraufhin stellte Norbert Rasch, Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien die deutsche Minderheit in Polen als Brückenbauer zwischen den Nationen dar. Dabei ging es sowohl auf die Geschichte als auch die gegenwärtigen Probleme der Minderheit ein. Dazu gehörten insbesondere die Kultur- und Sprachpflege, um den jungen Menschen ein Identitätsgefühl geben zu können und damit eine Bindung an die engere Heimat zu erzeugen. Die jungen Oberschlesier würden nämlich zum großen Teil nach Deutschland abwandern. In einem weiteren Teil der Plenarsitzung wurde insbesondere die Hochschulzusammenarbeit zwischen Sachsen und seinen beiden östlichen Nachbarn, Polen und Tschechien, diskutiert. Herr Hans Golombek, Leiter des Referats Mittelosteuropa des DAAD berichtete so über die regionale Hochschulzusammenarbeit zwischen den drei Ländern. Dabei stellte er insbesondere die konkreten Kooperationsprojekte des DAAD vor. Anschließend ergänzte Herr Prof. Dr. Milos Reznik, Prodekan der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz diese Ausführungen durch einen Beitrag zur sächsisch-böhmischen Kooperation im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Wie aus den beiden Berichten deutlich wurde, bestehen zwar zahlreiche Kooperationen, dennoch sind die sprachlichen und kulturellen Hürden hoch. Die Grenze zwischen den drei Ländern hat noch immer etwas Trennendes.

 

Auf dem 7. Sächsischen Mittel- und Osteuropatag wurde im Anschluss an die Plenarsitzung in vier Arbeitsgruppen über aktuelle Forschungsfragen diskutiert.

 

1. Arbeitsgruppe „Deutsch-polnischer Sprachkontakt und Schulwesen in Oberschlesien"
Leitung: Prof. Dr. Ralph Wrobel, WHZ
2. Arbeitsgruppe: „Post-sowjetische Erinnerungskultur: Die Ukraine und Moldova"
Leitung: Prof. Dr. Stefan Troebst, KOMOEL,Leipzig
3. Arbeitsgruppe: „Deutsch-tschechischer Brückenbau durch Oral History"
Leitung: Werner Imhof (Projektkoordinator Zeitzeugendialog), Brücke-Most-Stiftung, Dresden
4. Arbeitsgruppe „Ethnische Minderheiten - gesellschaftliche Emanzipation, Chancen und Konflikte im postkommunistischen Gesellschaften"
Leitung: Frau Rumjana Mitewa-Michalkowa (GWZO/KOMOEL – Leipzig)

 

Am späten Nachmittag schloss der 7. Sächsische Mittel- und Osteuropatag mit einer Podiumsdiskussion in der IHK-Regionalkammer Zwickau ab. Thema war: „Die deutschen Minderheiten in Polen und Tschechien als Brückenbauer für den sächsischen Mittelstand". Die Diskussion wurde von Herrn Torsten Spranger, Geschäftsführer der IHK-Regionalkammer, und Dr. Jens Baumann, SMI, geleitet. Zuhörer waren sowohl die wissenschaftlichen Teilnehmer des Mittel- und Osteuropatages als auch zahlreiche Unternehmer aus Zwickau und der Region Westsachsen.

 

Insgesamt war der 7. Sächsische Mittel- und Osteuropatag eine gelungene Verbindung von Wissenschaft und Praxis, öffentlicher Präsentation der Thematik sowie interner Fachdiskussion. Damit konnte das Thema „Regionale Kooperationen und nationale Minderheiten als Brückenbauer im vereinten Europa" über die wissenschaftlichen Kreise hinaus in die sächsische Gesellschaft transportiert werden. Die Ergebnisse des 7. Sächsischen Mittel- und Osteuropatages sind in einem Tagungsband erschienen und können dort nachgelesen werden.

Anschrift:

Prof. Dr. Ralph M. Wrobel


Martinskloster 13
99084 Erfurt
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